Novoalaska

„Ein Rückgriff auf die Tage der Zaren, der Versuch, Ländereien zu beanspruchen, die im 19. Jahrhundert verloren wurden, ist sicherlich nicht der Weg, auf dem Russland im 21. Jahrhundert seine Größe sichern kann.“ (Barack Obama am 03. September 2014 in Tallinn; Quelle)

barack-obmanaNicht von ungefähr schrieb heute jemand, dass 1.000 Psaki eine Nuland, und 1.000 Nuland ein Obama seien. Als Maßeinheit für … für American exceptionalism, perhaps.

Das einzige Gebiet, das die Russen im 19. Jahrhundert „verloren“ haben, war Alaska. Und Fort Ross, sprich Kalifornien, das an Mexiko verkauft wurde. Jedenfalls scheint der POTUS Lunte gerochen zu haben.

Front-Rochaden

Entgegen einigen Meldungen vom heutigen Morgen ist der Flughafen Donezk noch nicht vollständig von der Besetzung durch die Kiew-treuen Truppen befreit worden, es werden jedoch weiterhin intensive Bemühungen unternommen. Der erbitterte Widerstand ist kein Wunder: der überwiegende Teil der Militärs, die sich in und um den Flughafen verschanzt haben, sollen angeheuerte polnische Söldner sein. Nichtsdestoweniger geht die Operation ihren Gang, und das Ende des seit Mai andauernden unseligen Theaters mit dem permanenten Mörserfeuer der polnischen Söldner und Junta-Truppen auf die Stadt, das einer Menge an Menschen das Leben gekostet hat, ist absehbar.

Donezk, in Richtung Flughafen. 03.09.2014. Foto: Aleksandr Kots/KP.ru

Donezk, in Richtung Flughafen. 03.09.2014. Foto: Aleksandr Kots/KP.ru

Gestern hatte die Euromaidan-Propaganda versucht, die Armee der VRD einer Art illegalen Kriegführung zu bezichtigen, da es während der Kämpfe zu einer Flutung der Tunnel und Bunker im Bereich des Flughafens kam; das wurde als ein Versuch interpretiert, die im Flughafenbereich einzig noch halbwegs sichere Deckung auszuschalten. Der Grund war indes ein anderer: durch aus dem Flughafen heraus geführten Mörserbeschuss wurde eine Verteilerstation beschädigt, welche eine nahegelegene Mine mit Elektrizität versorgte. Die Pumpen blieben stehen, die nahegelegenen Tunnel und Querverbindungen wurden allmählich geflutet. Eigentor.

Durch die Einnahme des Flughafens wird die Gefahr durch die ständigen Artillerieangriffe auf Donezk selbst minimiert, während der Flughafen wenn schon nicht ins Hinterland der vordringenden Armee der VRD rückt, so doch bedeutend sicherer wird, was auch eine eventuelle Versorgung aus der Luft betrifft.

Vor dem Hintergrund dieser und ähnlicher Entwicklungen lässt Poroschenkos Pressedienst heute mitteilen, es würde eine “ständige Waffenruhe” im Donbass geben. Diese Entscheidung habe er nach einem Telefonat mit Putin getroffen. Chefpropagandist Tymtschuk, dessen Meldungen im Verlauf der vergangenen Monate nur atemberaubende Erfolge der ukr. Armee und Sondereinheiten zum Inhalt hatten und traditionell mit der Phrase “keine Verluste” schlossen, schreibt völlig verdattert von einem überall stattfindenden Rückzug der Strafbataillone und regulären Einheiten der ukrainischen Armee.

Inwieweit eine Waffenruhe nun langanhaltend sein kann, ist natürlich völlig unklar; der Fakt an sich kann aber nur bedeuten, dass Poroschenko seine Kräfte für eine Fortführung des Krieges als gering einschätzt. Um zu verhindern, dass die Armee der beiden Volksrepubliken das gesamte Gebiet der beiden Regionen Donezk und Lugansk einnimmt, muss er versuchen, die momentane Situation mit allen Mitteln festzuhalten und noch das Beste aus dieser Lage zu schlagen.

Nun allerdings werden die bis dato nicht verheizten Nazitruppen, gleich wie ein großer, inzwischen auf rechte Blutrunst getrimmter Teil der ukrainischen Bevölkerung zu seinem Problem. Gut möglich, dass es insgesamt genügend Kräfte gibt, die gleich welche Gespräche verhindern oder wesentlich erschweren, ganz egal, worum es dabei geht oder worauf man sich einigt. Genau das wird auch der Grund dafür sein, dass Poroschenko in den vergangenen zwei Wochen eine ständige Kaderrotation an der Front der sogenannten “Anti-Terror-Operation” unternommen hat, in deren Zuge vor allem reguläre Einheiten aus dem Feuer genommen und stattdessen die diversen irregulären Einheiten und Sonderkommandos eingesetzt wurden. Das mag auch der Grund für seine Ablehnung der Nutzung eines “Korridors” aus dem Kessel um Ilowajsk gewesen sein. Jedenfalls ist bekannt, dass beispielsweise Mariupol ausschließlich von einer Garnison des Strafbataillons “Asow” gehalten wird.

Den größten Teil dieser Rochaden an der Front wird Poroschenko abgeschlossen haben. Nun bleibt nur noch die Frage, mit wem, wann und worüber er reden will.

Projekt für neue Schulterstücke der Kiewer Truppen. Die beiden höchsten Ränge lassen sich problemlos mit konkreten Personen in Verbindung bringen.

Projekt für neue Schulterstücke der Kiewer Truppen. Die beiden höchsten Ränge lassen sich problemlos mit konkreten Personen in Verbindung bringen.

Ruhmloses Ende

donbas-ripEines der berüchtigtsten Strafbataillone der Kiewer Putschisten, das Bataillon „Donbass“, existiert nicht mehr.

Mit einer Mannstärke von ca. 340 unternahm dieses Bataillon am 19.08. den Versuch, die Stadt Ilowajsk zu erstürmen. Die Einheiten setzten sich in der Stadt fest und gerieten so in eine Falle, die dann als der erste der „Kessel“ bekannt wurde, in denen sich derzeit noch eine große Zahl an Angehörigen des ukrainischen Militärs und der diversen, den Kiewer Putschisten loyalen Strafkorps befindet.

Die letzten Aufnahmen des Bataillons stammen aus der Schule von Ilowajsk. Kurz darauf wurde diese Schule von den Milizen der VR Donezk eingenommen.

Von 340 Mann haben sich heute die Überlebenden – 20 Mann – den Milizen ergeben. Der Kommandeur des Bataillons, Semjon Semjontschenko, hatte genug Schneid, sich aus dem Krankenhaus (wo er nach einer Verletzung behandelt wurde, die er sich am 19.08. in Ilowajsk zuzog) wieder nach Ilowajsk zu begeben, um dort das Ende seines Bataillons mit dem Rest seiner Männer zu erleben. Sein Stellvertreter vor Ort und ein paar weitere Kader konnten fliehen.

Semjontschenko und seine Anhänger beschuldigen indirekt Poroschenko, er habe das Bataillon (und einige mehr, die in den Kesseln hocken) bewußt verbluten lassen, da die Regierung trotz mehrfacher Ankündigung keinerlei Versuche unternommen hat, die eingekesselten Militärs zu versorgen, geschweige denn, sie zu unterstützen oder freizuhauen. Das hat eine gewisse Räson: so oder so werden die Freiwilligenbataillone mit dem Namen Kolomojski assoziiert, und Poroschenko hat ein Interesse daran, die Paramilitärs seines schärfsten Konkurrenten unter den Oligarchen möglichst zu neutralisieren. Dass Poroschenko und Kolomojski u.a. um Odessa und andere Leckerbissen der Ukraine gegeneinander einen verdeckten Krieg führen, ist ein offenes Geheimnis.

Kommunisten an den Galgen

„Der Faschismus an der Macht… ist… die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals… Der Faschismus ist die Macht des Finanzkapitals selbst.“ (Georgi Dimitrow, 1935 – Quelle)

Georgi Dimitroff - der Richter, der GerichteteDie Rada-Fraktion der Kommunistischen Partei der Ukraine wurde heute aufgelöst. Die Kiewer Junta strebt ein Verbot der Partei an und wird damit voraussichtlich Erfolg haben.

Demokratie ist ja nun nicht etwa eine Gesellschaftsform, in der alles erlaubt wäre. Im Gegenteil: ein Volk, ein Reich, ein Führer.

Eines der Elemente der Mobilisierung der Massen ist die Schaffung von Feindbildern, von inneren und äußeren. „Der Faschismus in der Außenpolitik ist der Chauvinismus in seiner brutalsten Form, der einen tierischen Haß gegen die anderen Völker kultiviert (Dimitrow ebd.).

Zum derzeit in der ehemaligen Ukraine kultivierten äußeren Feind braucht man sich nicht weiter auszulassen. Was den inneren Feind betrifft, so besteht in den Gebieten, in denen die „Separatisten“ und „Kolorados“ erfolgreich unterdrückt werden konnten, weiterhin Bedarf nach einem Feindbild. Die Kommunisten eignen sich als Partei mit einer recht zahlreichen, dabei aber ziemlich überalterten und deshalb harmlosen Gefolgschaft recht gut dazu. Gefahr geht von ihnen nicht aus, aber nach dem Verbot kann man bequem jeden, der mit der Junta irgendwie nicht einverstanden ist, als Kommunisten-Sympathisanten verfolgen.

In der inzwischen EU-assoziierten Ukraine läuft mit der Bevölkerung derzeit de facto die selbe psychologische Bearbeitung, wie sie mit Selbstmordattentätern bei den Dschihadisten unternommen wird. Nur weit massiver und größer in ihrem Ausmaß. Nur so kann man mobilisieren. Es hat deswegen wenig Sinn, die Stimmung in der zombisierten Bevölkerung vom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes zu bewerten. Ein Großteil der Bevölkerung des Landes ist derzeit ziemlich genau so drauf, wie man sie im Verlauf der vergangenen 4-5 Monate gepolt hat.

Die Ukraine ist Europa. Lugansk, 18.07.2014

Nach der Entscheidung für Europa wird in der Ukraine eine demokratische Zivilgesellschaft der Vielfalt und Werte aufgebaut:

Lugansk, 18.07.2014. Bombenopfer. 18+

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Diese Bilder sind aus dem Stadteil Solnetschnyj im Osten der Stadt.

Für Lugansk war es heute der bisher blutigste Tag des Krieges. Wenigstens gab es nach der einhelligen Auskunft der dortigen Leute bisher noch keinen so heftigen Beschuss wie den heutigen. Die Euromaidan-Propaganda bleibt stur auf Linie und behauptet, die „Separatisten“ seien es, welche ihre eigenen Wohnviertel mit Artilleriefeuer eindecken. Die Lüge muss eben einfach ungeheuerlich genug sein, um als Wahrheit durchzugehen. Indes:

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44 Tote unter den Zivilisten allein am heutigen Tag in Lugansk – und das sind vorläufige Meldungen, wie auch die 215 teils schwer Verletzten.

Inzwischen wird gemeldet, dass die 30. MechBrigade der ukrainischen Streitkräfte in die südlichen Stadtbezirke vorgedrungen ist. Dabei handelt es sich sicherlich nicht um eine „Erstürmung der Stadt“ – dazu hat diese Brigade dann doch nicht die Kraft – sondern eher darum, den Rückzug von vorher durch die Volkswehr doch recht stark gebeutelten Einheiten der Nazigarde und der Armee zu decken und eventuell etwas Druck vom Flughafen zu nehmen.

Zum Boeing-Crash

boeing-crashDie Sache mit der malaysischen Boeing sieht insgesamt recht eigenartig aus. Die Ukraine hatte ihren Luftraum über den Regionen Donezk und Lugansk (und pro forma über der Krim) noch vor einer Woche für die zivile Luftfahrt gesperrt und die ganze Welt darüber informiert. Aus welchem Grund der heutige Flug der Boeing ausgerechnet dort verlief, ist ein Rätsel, zumal dieselbe Flugverbindung noch gestern ganz anders – wesentlich weiter westlich – gelegt war.

Es gibt weiterhin die eigenartige Meldung über ein weiteres Flugzeug, das kurz vor dem Crash nahe der Boing auftauchte.

Alexander Borodai von der VRD sagt, die Volkswehr verfüge nicht über die Mittel, ein so hoch fliegendes Flugzeug anzugreifen. Das Flugzeug ist aus einer Höhe von etwas über 10.000 Metern abgestürzt, was außerhalb der Reichweite “gängiger”, der Volkswehr zur Verfügung stehender Luftabwehrsysteme liegt. Aus diesem Grunde dreht die Euromaidan-Propaganda – und mit ihr bereits die deutsche Presse – an der “Buk”-Version. Dass die Volkswehr angeblich über “Buk”-Waffensysteme verfüge, hörte man aus einem einzigen früheren Statement von (im Donbass recht zwielichtig auftretenden) Sergej Kurginjan – russischer Politiker und Kopf seiner eigenen, recht bekannten Bewegung “Das Wesen der Zeit” – sowie von der Volkswehr selbst, der Ende Juni durch die Übernahme zweier Stützpunkte der ukrainischen Luftabwehr einige dieser Systeme, allerdings “in defektem Zustand”, zugefallen sind.

Lugansk, 14.07.2014 (18+)

Die Großstadt Lugansk wird nach kurzer Pause wieder unter heftiges Artilleriefeuer der Kiewer Strafkorps genommen. Zerballert werden Stadtgebiete und Vororte, in denen es weit und breit keine Präsenz der Volkswehr gibt.

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Auf dem grünen Felde

Es gäbe zwar eine Menge zu den taktischen Umbrüchen und einigen Hintergründen nach dem Fall von Slawjansk zu sagen – unter anderem, wie allmählich die „Linie Moskaus“ zutage tritt – aber das, so die Zeit bleibt, kommt etwas später.

Ein Anzeichen dafür, dass in Donezk jetzt langsam „Ordnung“ im Sinne eines einheitlichen Militärkommandos einkehrt, ist die heutige Vernichtung der 24. und 79. ukrainischen mot. Brigade durch Artilleriefeuer der Volkswehr Lugansk.

Die Panzerbrigade wurde am heutigen Morgen nahe Selenopolje aus einer Entfernung von ca. 20 Kilometern mit Feuer aus Gardewerfern eingedeckt. Präzisionsfeuer. Im ersten Chaos gab es Meldungen über dutzende, ja hunderte Tote, so dass man erst einmal abwarten musste, was überhaupt vor sich geht. Die Kiewer Machthaber kündigten für 17 Uhr Ortszeit eine offizielle Stellungnahme an; inzwischen gibt es aber auch eine grundsätzliche Bestätigung von Strelkow. Momentan wird von 30 Toten und über 100 Verletzten gesprochen.

Die ukrainische 24. mot. Brigade ist normalerweise im westukrainischen Jaworow beheimatet und gilt mit dem heutigen Tag als zerschlagen.