Archiv für September, 2013

Menschliche Schutzschilde

Ein kleines Stimmungsbild aus Damaskus. Quelle: KP.ru. Sogar Reuters hat vom Berg Qasyun berichtet: eine Aktion von “Assad-Anhängern” natürlich. Bestimmt alles „Alawiten“.

Damaskus, Berg Qasyun: Zeltlager mit "menschlichen Schutzschilden"

Damaskus, Berg Qasyun: Zeltlager mit „menschlichen Schutzschilden“

Der Berg Qasyun gilt als eines der Symbole von Damaskus, als eine Kultstätte und als lauschiger Ort für Rendezvous. Keiner von den Einwohnern der Stadt hat je daran gedacht, dass die auf diesem Berg befindlichen Luftabwehrstellungen ihn zu einem der Hauptziele für Bombenangriffe machen könnten. Die dort befindliche Basis „verschließt“ faktisch den Himmel über der syrischen Hauptstadt. Nicht von ungefähr haben die bewaffneten Banden es im vergangenen Frühjahr versucht, diesen kargen, verwitternden und von Furchen durchzogenen Berg zu besetzen. Fast drei Tage lang musste die Luftwaffe die Banditen angreifen, die sich auf einer benachbarten Höhe verschanzt hatten. Der Großteil wurde liquidiert, die übrigen haben sich in den weitläufigen, fast nur aus Eigenbau bestehenden Stadtvierteln verkrochen, welche die Hänge dieses Damaszener Symbols besetzen. Auch heute noch ist es hier nicht gerade ruhig. Um zu einem der Aussichtspunkte zu gelangen, muss man wohl ein Dutzend Checkpoints passieren. Allerdings öffnet einem der Titel „russische Journalisten“ in Syrien immer noch Tür und Tor. An einem der Checkpoints zeigt man uns sogar ein Porträt Putins, das jemand mit einem Farbdrucker ausgedruckt hat.

Wieder am Golf von Tonkin

Vor kurzem (ca. 8.15 Uhr MESZ) gab das Verteidigungsministerium der RF bekannt, es seien zwei Raketenstarts in Richtung der Ostküste des Mittelmeers registriert worden. Die Meldung ging durch die russischen Agenturen mit Berufung auf’s Verteidigungsministerium, so dass eine „Ente“ fast ausgeschlossen ist.

Nicht identifizierte Raketen in einer Konfliktzone sehen natürlich um einiges bedrohlicher aus, als die völlig stupide Provokation mit den chemischen Kampfstoffen am Boden der Tatsachen, denn die „Rebellen“ verstehen es bislang nicht, ballistische Raketen von unter Wasser oder auch nur von der Wasseroberfläche aus abzufeuern.

Die Flugzeit der langsamsten Raketen aus der Gegend, aus der die heutigen abgefeuert wurden, bis nach Damaskus beträgt bestenfalls eine Viertel- bis eine halbe Stunde. Da die Meldung vom heutigen Morgen ist, kann man erst einmal annehmen, dass es sich dabei nicht um den von den Aggressoren herbeigesehnten Angriff auf Syrien handelt. Entweder geht es hier um ein Versehen, oder… jemand testet die Luftabwehr der Syrer und versucht, entsprechende Stellungen und Reaktionszeiten zu bestimmen.